Gute Gründe also für Fahrerinnen und Fahrer, auch vom Tegernsee, aus München oder Schrobenhausen anzureisen. In den jeweiligen Klassen galt es, eingeteilt nach Altersstufen von sieben bis 18 Jahren, nach einer Trainingsfahrt zwei möglichst flotte Wertungsläufe zu absolvieren. Deren Zeiten wurden addiert – Strafsekunden gab es für verschobene, oder umgeworfene Pylonen.
Angetrieben werden die Renngeräte von 6,5 PS-starken Viertakt-Motoren. Die Reifenwahl spielt, ebenso wie bei in der Formel 1, durchaus eine Rolle: Auf nassem Asphalt würde mit Rillenreifen gefahren – jedoch am Sonntag blieben diese natürlich in der Garage.
Ob trocken oder nass: Der Weg durch den Irrgarten aus Pylonen will erst einmal gefunden werden – passend zum guten Wetter – sonnenklar kein Problem für Melina Eiba. Die Neunjährige verpasste den Sieg in der Klasse 2 nur äußerst knapp. Nur um eine halbe Sekunde war der Schrobenhausener Jamie Kummer schneller, vielmehr leistete er sich eine Pylonen-Berührung weniger als die Nachwuchspilotin des MSC Pfaffenhofen.
Indes das „Benzin um Blut“ dürfte Melina von ihrer Mutter Melanie vererbt bekommen haben: Selbst sei sie bisher „nur“ mit den Karts gefahren, und jetzt habe sie ein solches Spektakel auch aus der Sicht einer Organisationsleiterin kennengelernt, stellte Melanie Eiba klar und schob nach: „Meine Premiere in der Funktion der Gesamtleitung wurde für mich zu einem unvergesslichen Erlebnis, auch wegen der großartigen Unterstützung durch die vielen MSC-Helfer, meine Familie und zahlreiche Freunde.“
Knifflig am letzten Wiesn-Tag: „Die verkehrte Breze!“
„Irgendeine heikle Stelle muss in jedem Parcours eingebaut sein“, betonte noch Wim Marbus. Der Vorsitzende des MSC Pfaffenhofen hat in der Kartslalom-Szene schon viel erlebt, aber über ein berüchtigtes Element, welches ganz ungewöhnlich angesteuert werden musste, staunte auch er. Es war die „Pfaffenhofener Breze“, mit einem überraschenden Richtungswechsel, der einige Teilnehmer ziemlich verwirrte.
„Vielleicht ein kleiner Heimvorteil für unsere Mädels und Jungs“, vermutete Marbus, und in der Tat waren die Ergebnisse der Pfaffenhofener Starter beachtlich: In der Klasse 2 schob sich Jonathan Nowacka noch auf Platz 4, wobei Milena Kaufmann ebenfalls stark fuhr und Platz 8 ergatterte. Loreley Kaiser wurde achte in der Klasse 3, gefolgt von Hannes Janßen auf Platz 9 und Klara Kohutova auf dem 15. Platz. Wiederum Amalia Müller heimste Platz 8 in der Klasse 4 ein.
„Ich bin mit der Leistung aller meiner Fahrer sehr zufrieden“, bekräftigte Melanie Eiba noch. Und wenn sie von „meinen Fahrern“ sprach, dann deswegen, weil sie als Trainings-Leiterin jeden Samstagvormittag stundenlang mit den Kindern und Jugendlichen des MSC übt. Viel Lob sei derweil von den Clubs gekommen, welche ihre Starter auf die Strecke schickten. „Die ersten Anmeldungen für nächstes Jahr sind auch schon wieder da – und natürlich wollen wir das wiederholen“, erzählte Eiba abschließend voller Freude, wobei sie unbedingt noch loswerden wollte: „Wir sind wahnsinnig froh und unendlich dankbar, dass uns die Firma Stiglmayr ständig diesen tollen Platz zur Verfügung stellt.“

